Staus auf der A5

Wer von der Mitte Deutschlands in den Süden reisen will, der sollte die A5 nutzen, denn diese Autobahn ist die schnellste Verbindung, die von Hessen nach Baden-Württemberg bis an die Schweizer Grenze führt. Die Autobahn 5 ist 440 km lang und beginnt am Hattenbacher Dreieck in Hessen und führt dann über das Rhein-Main-Gebiet und die Region Rhein-Neckar bis an die Schweizer Grenze nach Basel. Von dort aus führt ein Anschluss über die Schwarzwaldbrücke auf die A2 und von dort aus auf die Autobahnen der Schweiz.

Die A5 ist eine der wichtigsten Autobahnen in Europa, die wenn sie komplett durchfahren wird, von Oslo und Stockholm hoch in Norden bis hinunter nach Sizilien und nach Spanien führt. Außerdem kreuzt die A5 in ihrem Verlauf das Frankfurter Kreuz und die A3 an der niederländischen Grenze, und auch wer in Richtung Österreich unterwegs ist, der kann die A5 nutzen. In Freiburg im Breisgau gibt es zudem eine Abzweigung nach Frankreich und von dort aus eine direkte Verbindung über die spanische Autobahn A 35 in den Süden Spaniens. Von den 440 km Gesamtlänge der A5 verlaufen 178 km in Hessen und 262 km führen durch Baden-Württemberg.

Die Geschichte der A5

stau a5

Es war Adolf Hitler, der im September 1933 den ersten Spatenstich tat und damit den Bau der A5 eröffnete. Zunächst wurde nur ein relativ kleines Teilstück gebaut, und zwar zwischen Frankfurt und Darmstadt, das nach den Plänen später eine Nord-Süd-Achse werden sollte. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde diese Teilstrecke für den Verkehr freigegeben. Damit wurde die A5 zwar nicht die älteste Autobahn, aber die erste Reichsautobahn in Deutschland. Zuvor war schon im Jahr 1932 die Strecke zwischen Köln und Bonn freigegeben worden.

Geplant war eine Strecke, die von Hamburg im Norden über Frankfurt bis nach Basel im Süden führen sollte. So weit kam es aber nicht mehr, denn der Zweite Weltkrieg brach aus und die Arbeiten an der A5 wurden eingestellt. Erst zehn Jahre nach Kriegsende wurde die Autobahn 5 Stück für Stück fertig gebaut. Zunächst war es der Abschnitt von Ettlingen nach Bruchhausen, es folgte der Teilabschnitt von Bruchhausen nach Baden-Baden und 1956 dann der Abschnitt von Baden-Baden nach Bühl. 1959 folgten zunächst die Strecke von Bühl nach Achern und der Teilabschnitt von Mülheim/Neuenburg bis nach Märkt. Ein Jahr später wurde dann ein wichtiger Abschnitt fertiggestellt, der von Achern nach Offenburg führt. Wieder ein Jahr später folgte der Ausbau der Abschnitte von Offenburg nach Riegel und auch die Strecke von Freiburg nach Mülheim konnte für den Verkehr freigegeben werden.

Bis 1962 gab es aber noch eine Lücke in der A5, die zwischen Riegel und Freiburg geschlossen wurde. Schließlich wurden nur noch die Abschnitte zwischen Märkt und Weil am Rhein und zwischen Weil und der Schweizer Grenze gebaut. Als das geschafft war, wurde die Autobahn 5 am 14. Juni 1980 komplett fertiggestellt und für den Verkehr geöffnet.

Zu A5 gehört aber seit 1968 die sogenannte Bergstraßenautobahn zwischen Darmstadt und Heidelberg, die eine direkte Verbindung zwischen den beiden Großstädten ermöglicht. Dieses Stück ist vor allem bei Berufspendlern sehr beliebt, die dort allerdings nicht selten in langen Staus stehen.

Die A5 von heute

Wer auf der A5 unterwegs ist, der wird sowohl vier- als auch sechsspurig fahren. Auf dem nördlichsten Abschnitt der Autobahn 5 zwischen dem Hattenbacher Dreieck und dem Gambacher Kreuz wird auf vier Spuren gefahren, was nicht selten zu Staus führt. Zwischen Reiskirchen und Homberg wird die A5 in Fahrtrichtung Kasse dreispurig, und auch wenn es nach Riemberg geht, dann stehen ebenfalls nur drei Fahrstreifen zur Verfügung. Da es sich bei diesem Autobahnabschnitt um eine Steigung handelt, sind Staus im Berufsverkehr keine Seltenheit. Modern wird die A5 aber zwischen dem Gambacher Kreuz und dem Westkreuz in Frankfurt, denn dieses Teilstück hat heute sechs Spuren. Um lange Staus zu vermeiden, darf zu den Tageszeiten, an denen besonders viel Verkehr herrscht, also am Morgen und am späten Nachmittag, zwischen der Anschlussstelle in Friedberg und auch auf dem Nordwestkreuz der Seitenstreifen in beide Fahrtrichtungen mitbenutzt werden, was zu einer großen Entlastung und zu deutlich weniger Staus führt.

Momentan wird die A5 am Darmstädter Kreuz achtspurig ausgebaut. Geplant war auch ein Ausbau des viel befahrenen Frankfurter Kreuzes, aber diese Pläne wurden auf Eis gelegt und die Autofahrer müssen sich nach wie vor mit nur drei Fahrbahnen genügen. Nördlich und südlich des Frankfurter Kreuzes gehört die A5 aber zu den wenigen Autobahnabschnitten in Deutschland, die über acht Spuren verfügen. Ein viel befahrenes Teilstück der A5 ist auch der Abschnitt zwischen dem Darmstädter Kreuz und dem Kreuz Walldorf, und um Staus zu vermeiden, wurde auch dieses Stück auf vier Spuren ausgebaut. Wer weiter fährt und über Karlsruhe und Baden-Baden nach Offenburg möchte, der kann sogar auf sechs Spuren fahren und so staufrei ans Ziel kommen.

Bis zur Schweizer Grenze hat die A5 dann wieder nur vier Fahrstreifen und auf dem letzten Stück zwischen dem Dreieck Weil und der Grenze gibt es in südlicher Richtung nur noch drei Spuren. Ein Pannenstreifen fehlt auf diesem Abschnitt gänzlich. Diese Strecke bis zu Grenze ist besonders anfällig für Staus und das hat seinen guten Grund. Im Bereich der Ausfahrt nach Weil/Hüningen stehen jeden Tag viele LKW aus Deutschland, die in die Schweiz wollen und auf die Abfertigung durch den Zoll warten müssen.

Planungen für die Zukunft

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An der A5 wird nach wie vor gebaut und es sind diese vielen Baustellen, die immer wieder für zum Teil sehr lange Staus sorgen. Aber die Bauarbeiten sorgen auch dafür, dass noch mehr Teilstücke der Autobahn 5 mit sechs oder mehr Spuren ausgestattet werden. So soll zum Beispiel in den nächsten Jahren die A5 bei Weil ausgebaut werden, um ein schnelleres Vorankommen bis zur Schweizer Grenze zu ermöglichen. Vielfach scheitert ein schneller Ausbau aber am nötigen Geld. So sollte unter anderem der Abschnitt zwischen Appenweiler und Offenburg ausgebaut werden, damit auf diesem sehr engen Abschnitt der A5 Staus vermieden werden können. Aber es fehlt an Geld und damit wird sich der Ausbau vermutlich noch bis 2015 oder sogar bis 2016 hinziehen. Die Autofahrer müssen bis dahin weiter mit langen Staus rechnen.

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